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Ebenen & Masken

Einstellungsebenen für Farbe und Tonwert

Mit Einstellungsebenen für Farbe und Tonwert korrigierst du Bilder gezielt, maskierst Änderungen und bewahrst das Original.

13. Februar 2024 7 Min. Lesezeit

KI-generiert

Das Porträt wirkt zu dunkel, das Produktfoto hat einen Gelbstich und der Himmel soll kräftiger werden, ohne dass sich die Hautfarbe verändert. Solche Korrekturen gehören im Berufsalltag zu den häufigsten Photoshop Aufgaben. Entscheidend ist nicht nur, ob das Bild am Ende besser aussieht. Entscheidend ist auch, dass du Änderungen später nachvollziehen, anpassen oder vollständig zurücknehmen kannst. Genau dafür nutzt du Einstellungsebenen.

Warum Einstellungsebenen die bessere Grundlage sind

Eine Einstellungsebene verändert nicht die Pixel des Originalbildes. Sie liegt als eigene Ebene über deinem Bild und wirkt auf alle darunterliegenden Ebenen, sofern du sie nicht gezielt beschneidest. Du kannst ihre Werte jederzeit erneut öffnen, die Deckkraft ändern, die Wirkung ausblenden oder die Ebene löschen.

Wenn du dagegen direkt über „Bild“, „Korrekturen“ eine Tonwertkorrektur oder Farbton/Sättigung anwendest, veränderst du die vorhandenen Pixel. Das kann bei einer einzelnen, einfachen Datei funktionieren. Im Arbeitsalltag wird es jedoch schnell unübersichtlich, besonders wenn mehrere Personen an einer Datei arbeiten oder Korrekturen nach einem Feedback angepasst werden müssen.

Einstellungsebenen bieten dir drei zentrale Vorteile:

  • Das Original bleibt unverändert.
  • Jede Korrektur ist separat sichtbar, benennbar und anpassbar.
  • Jede Einstellungsebene besitzt automatisch eine Ebenenmaske, mit der du ihre Wirkung lokal steuerst.

Lege Einstellungsebenen im Bedienfeld „Ebenen“ über das Symbol für Füll oder Einstellungsebene an. Alternativ findest du die Funktionen im Menü „Ebene“, „Neue Einstellungsebene“. Benenne die Ebenen direkt verständlich, zum Beispiel „Gesamttonwerte“, „Himmel abdunkeln“ oder „Haut entsättigen“. Das spart dir später viel Sucharbeit.

Tonwertkorrektur: Schwarz, Weiß und Mitteltöne gezielt setzen

Die Einstellungsebene „Tonwertkorrektur“ eignet sich besonders, wenn ein Bild flau wirkt, keine klaren Tiefen besitzt oder die Lichter grau erscheinen. Im Eigenschaften Bedienfeld siehst du ein Histogramm. Es zeigt, wie viele Bildpixel in den jeweiligen Helligkeitsbereichen vorkommen.

Unter dem Histogramm befinden sich drei Regler für die Eingabewerte:

  • Der linke schwarze Regler definiert den Schwarzpunkt.
  • Der mittlere graue Regler steuert die Mitteltöne.
  • Der rechte weiße Regler definiert den Weißpunkt.

Beginne mit den äußeren Reglern. Wenn das Histogramm links oder rechts deutlich vor dem Rand endet, kannst du den jeweiligen Regler vorsichtig bis zum Beginn der sichtbaren Tonwertverteilung ziehen. So werden dunkle und helle Bildbereiche klarer. Arbeite behutsam: Ziehst du die Regler zu weit in das Histogramm hinein, gehen Zeichnung in Schatten oder Lichtern verloren.

Der mittlere Regler ist besonders praktisch für die Helligkeit der Mitteltöne. Bewegst du ihn nach links, werden mittlere Helligkeiten heller. Nach rechts werden sie dunkler. Für ein leicht unterbelichtetes Porträt ist das oft die schnellste Korrektur, ohne den Weißpunkt unnötig anzuheben.

Unterhalb der Eingabewerte findest du die Ausgabewerte. Sie begrenzen das tiefste Schwarz und das hellste Weiß. Das kann für einen bewusst matten Look sinnvoll sein, etwa wenn Schwarztöne nicht vollständig schwarz erscheinen sollen. Für eine neutrale Bildkorrektur lässt du diese Regler meist an ihren Standardpositionen.

Gradationskurven: Kontrast kontrollierter formen

Die Einstellungsebene „Gradationskurven“ ist flexibler als die Tonwertkorrektur. Sie arbeitet ebenfalls mit Helligkeitswerten, erlaubt dir aber deutlich präzisere Eingriffe. Die horizontale Achse steht für die ursprünglichen Tonwerte, die vertikale Achse für die korrigierten Tonwerte.

Die Ausgangslinie verläuft diagonal von links unten nach rechts oben. Ziehst du einen Punkt nach oben, werden die entsprechenden Tonwerte heller. Ziehst du ihn nach unten, werden sie dunkler.

Für einen ausgewogenen Kontrast setzt du häufig zwei Punkte:

  1. Setze einen Punkt im dunkleren Bereich der Kurve und ziehe ihn leicht nach unten.
  2. Setze einen Punkt im helleren Bereich und ziehe ihn leicht nach oben.

Dadurch entsteht eine sanfte S Form. Die Tiefen werden etwas satter, die Lichter etwas heller, das Bild gewinnt an Kontrast. Übertreibe diesen Schritt nicht. Eine stark gebogene Kurve lässt Haut schnell unnatürlich aussehen und kann feine Strukturen in dunklen Bereichen verschlucken.

Mit Gradationskurven korrigierst du auch Farbstiche sehr präzise. Wähle im Kanal Menü statt „RGB“ einen einzelnen Farbkanal, etwa „Blau“. Hebst du die Kurve an, fügst du Blau hinzu. Senkst du sie ab, erhöhst du die Gegenfarbe Gelb. Im roten Kanal steuerst du Rot und Cyan, im grünen Kanal Grün und Magenta.

Arbeite bei Farbstichen bevorzugt in kleinen Schritten und prüfe neutrale Bildbereiche wie graue Flächen, weiße Kleidung oder Hintergründe. Ein Monitor mit unpassender Darstellung kann dich sonst zu falschen Korrekturen verleiten.

Farbton/Sättigung: Farbe verändern, ohne die Helligkeit zu verlieren

Die Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ ist die richtige Wahl, wenn bestimmte Farben zu kräftig, zu blass oder farblich unpassend sind. Im Eigenschaften Bedienfeld steuerst du drei Werte:

ReglerWirkungTypischer Einsatz
FarbtonVerschiebt Farben auf dem FarbkreisEine Markenfarbe anpassen
SättigungVerstärkt oder reduziert die FarbintensitätZu kräftige Farben beruhigen
HelligkeitHellt die gewählte Farbe auf oder dunkelt sie abNur vorsichtig einsetzen

Standardmäßig wirkt die Korrektur auf alle Farben. Über das Auswahlmenü kannst du jedoch einzelne Farbbereiche wie Rottöne, Gelbtöne oder Blautöne auswählen. Das ist etwa nützlich, wenn du einen blauen Himmel kräftiger machen möchtest, ohne die Farben eines Gebäudes oder die Hauttöne im Bild zu verändern.

Reduziere bei Porträts häufig leicht die Sättigung der Gelb und Rottöne, wenn Haut zu orange oder fleckig wirkt. Kleine Werte reichen oft aus. Eine starke Entsättigung macht Gesichter schnell grau und leblos.

Die Option „Färben“ nutzt du, wenn ein Objekt oder eine Fläche bewusst eine einheitliche neue Farbe erhalten soll. Sie ersetzt die vorhandene Farbinformation weitgehend durch einen Farbton. Für eine realistische Umfärbung brauchst du fast immer zusätzlich eine gute Maske und gegebenenfalls eine Anpassung der Helligkeit über Gradationskurven.

Mit Ebenenmasken nur dort korrigieren, wo es nötig ist

Jede Einstellungsebene enthält eine weiße Ebenenmaske. Weiß bedeutet: Die Korrektur ist sichtbar. Schwarz bedeutet: Die Korrektur wird verborgen. Grautöne erzeugen eine teilweise Wirkung.

Angenommen, du hast mit „Farbton/Sättigung“ den Himmel kräftiger gemacht, aber auch blaue Kleidung im Vordergrund verändert. Klicke auf die Maskenminiatur der Einstellungsebene, nicht auf das Symbol der Korrektur. Wähle dann das Pinsel Werkzeug und male mit schwarzer Vordergrundfarbe über die Kleidung. Dort wird die Wirkung ausgeblendet.

Für weiche Übergänge, etwa am Horizont oder an Gesichtskonturen, verwendest du einen weichen Pinsel. Eine niedrige Deckkraft erlaubt dir, die Korrektur schrittweise zurückzunehmen. Wenn du zu viel maskiert hast, wechselst du einfach zu weißer Farbe und malst die Wirkung wieder ein.

Diese Reihenfolge funktioniert in der Praxis zuverlässig:

  1. Erstelle zuerst die Korrektur für das gesamte Bild.
  2. Prüfe, welche Bereiche unerwünscht mitverändert wurden.
  3. Bearbeite erst dann die Ebenenmaske.
  4. Kontrolliere die Maske mit einem Klick bei gedrückter Alt Taste auf ihre Miniatur.
  5. Benenne die Einstellungsebene nach ihrer tatsächlichen Funktion.

Im Eigenschaften Bedienfeld der Maske kannst du außerdem „Dichte“ reduzieren. Damit schwächst du die gesamte Maskierung ab, ohne sie neu malen zu müssen. Mit „Weiche Kante“ glättest du harte Übergänge, etwa nach einer Auswahl.

Korrekturen auf eine Ebene begrenzen

Wenn eine Einstellungsebene nur auf eine bestimmte Bildebene wirken soll, erstellst du eine Schnittmaske. Das ist besonders hilfreich bei Composings, Produktfreistellern oder Retuschen mit mehreren Elementen.

Platziere die Einstellungsebene direkt über der Ebene, die korrigiert werden soll. Wähle dann im Menü „Ebene“ den Befehl „Schnittmaske erstellen“. Die Einstellung wirkt nun nur auf die direkt darunterliegende Ebene, nicht auf den gesamten Stapel.

Ein typisches Beispiel: Du fügst ein Produkt in eine neue Hintergrundszene ein. Mit einer Gradationskurven Einstellungsebene als Schnittmaske passt du nur die Helligkeit des Produkts an. Mit einer zweiten Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“ verringerst du nur dessen Farbsättigung. Hintergrund und weitere Bildelemente bleiben unangetastet.

Ein sinnvoller Ablauf für Bildkorrekturen

Eine saubere Reihenfolge verhindert, dass du Korrekturen gegenseitig aufhebst oder unnötig kompliziert machst:

  1. Prüfe zunächst Beschnitt, Ausrichtung und offensichtliche Bildfehler.
  2. Korrigiere danach Helligkeit und Kontrast mit Tonwertkorrektur oder Gradationskurven.
  3. Entferne erst anschließend Farbstiche oder passe einzelne Farbbereiche mit Farbton/Sättigung an.
  4. Begrenze lokale Korrekturen über Ebenenmasken oder Schnittmasken.
  5. Vergleiche regelmäßig den Vorher Nachher Zustand, indem du die Sichtbarkeit einzelner Ebenen ein und ausblendest.
  6. Speichere die bearbeitbare Datei im PSD oder TIFF Format mit allen Ebenen.

Wenn du Einstellungsebenen konsequent einsetzt, werden deine Dateien nachvollziehbar und sicher korrigierbar. Gerade bei wiederkehrenden Bildaufgaben in Marketing, Kommunikation und Gestaltung ist das ein großer Vorteil. Passende Photoshop Seminare und Termine findest du bei uns auf cmt.de.

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