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Grundlagen & Werkzeuge

Die Photoshop-Werkzeuge, die du wirklich brauchst

Mit den wichtigsten Photoshop-Werkzeugen arbeitest du sicherer: Auswahl, Pinsel, Reparatur, Verlauf, Text und Freistellen praxisnah erklärt.

23. Januar 2023 7 Min. Lesezeit

KI-generiert

Wenn du in Photoshop zum ersten Mal die Werkzeugleiste siehst, wirkt sie schnell wie ein überfüllter Werkzeugkoffer. Für die meisten Aufgaben im Berufsalltag brauchst du jedoch nicht jedes Symbol. Ob du ein Produktbild für einen Onlineshop bereinigst, ein Social Media Motiv aufbereitest oder eine Bildmontage erstellst: Mit Auswahlwerkzeugen, Pinsel, Retusche, Verlauf, Text und Freistellen erledigst du bereits einen großen Teil der Arbeit zuverlässig.

Arbeite zuerst mit Werkzeuggruppen statt mit Einzelwerkzeugen

Viele Symbole in der Werkzeugleiste enthalten mehrere Werkzeuge. Ein kleiner Pfeil unten rechts am Symbol zeigt das an. Halte das Symbol gedrückt, um die zugehörigen Werkzeuge zu sehen. Mit Umschalt + Tastenkürzel wechselst du häufig innerhalb einer Werkzeuggruppe.

Wichtig ist nicht, alle Varianten auswendig zu kennen. Entscheide vielmehr nach der Aufgabe:

AufgabeSinnvolles WerkzeugTastenkürzel
Rechteckige oder runde Bereiche auswählenAuswahlrechteck WerkzeugM
Freie Kanten auswählenLasso WerkzeugL
Motiv automatisch erkennenObjektauswahl Werkzeug oder SchnellauswahlwerkzeugW
Kanten sauber verfeinernAuswahl und Maskekein festes Kürzel
RetuschierenReparaturpinsel WerkzeugJ
Malen und maskierenPinsel WerkzeugB
Farbverlauf anlegenVerlaufswerkzeugG
Bild zuschneiden und ausrichtenFreistellungswerkzeugC
Text ergänzenTextwerkzeugT
Bildansicht verschiebenHand WerkzeugLeertaste gedrückt halten
Ansicht vergrößern oder verkleinernZoom WerkzeugZ

Die Tastenkürzel gelten in der Regel für Windows und macOS. Auf dem Mac ersetzt du bei vielen allgemeinen Befehlen Strg durch Cmd, etwa bei Kopieren mit Cmd + C.

Auswählen: Die Grundlage für präzise Bildbearbeitung

Eine Auswahl begrenzt, wo Photoshop arbeiten darf. Das ist entscheidend, wenn du nur den Himmel aufhellen, eine Person freistellen oder einen Bereich retuschieren willst. Ohne Auswahl riskierst du, andere Bildstellen unbeabsichtigt zu verändern.

Für einfache geometrische Bereiche nutzt du das Auswahlrechteck Werkzeug. Ziehe damit beispielsweise eine rechteckige Fläche für einen Banner auf. Halte beim Aufziehen die Umschalttaste gedrückt, wenn die Auswahl quadratisch oder kreisförmig werden soll.

Bei Motiven mit unregelmäßigen Kanten helfen diese Werkzeuge:

  • Das Objektauswahl Werkzeug erkennt einzelne Bildobjekte. Ziehe einen Rahmen um das Objekt oder fahre mit der Maus darüber.
  • Das Schnellauswahlwerkzeug erweitert eine Auswahl anhand ähnlicher Farben und Strukturen. Besonders praktisch ist es bei klaren Motivkanten.
  • Das Lasso Werkzeug eignet sich für schnelle, grobe Auswahlen. Für präzise Freisteller ist es selten die beste Wahl.
  • Das Polygon Lasso Werkzeug ist hilfreich bei geraden Kanten, etwa bei Verpackungen, Gebäuden oder technischen Produkten.

Um eine Auswahl zu ergänzen, halte die Umschalttaste gedrückt. Mit Alt unter Windows oder Wahltaste auf dem Mac ziehst du Bereiche von der Auswahl ab. Diese Kombinationen sparen viel Zeit, weil du eine Auswahl nicht jedes Mal neu beginnen musst.

Für Personen, Tiere oder Produkte wählst du im Menü Auswahl den Befehl Motiv auswählen. Photoshop erstellt damit oft eine gute Ausgangsauswahl. Verlasse dich aber nicht blind darauf. Besonders Haare, transparente Stoffe, Fell und feine Kanten müssen meist nachbearbeitet werden.

Dafür öffnest du Auswahl und Maske. Dort kannst du die Kante mit dem Kante verbessern Pinsel Werkzeug bearbeiten und Parameter wie „Glätten“, „Weiche Kante“, „Kontrast“ und „Kante verschieben“ behutsam einstellen. Arbeite zurückhaltend. Zu starke Werte erzeugen schnell harte Ränder oder sichtbare helle Säume.

Freistellen: Zuschneiden ist keine Motivfreistellung

Das Freistellungswerkzeug mit dem Kürzel C schneidet das Bildformat zu. Es entfernt also Bildbereiche am Rand, etwa wenn du ein Foto für ein quadratisches Social Media Format oder ein Querformat für eine Präsentation brauchst.

Ziehe die Griffe am Rand des Freistellungsrahmens, um den Ausschnitt festzulegen. Über die Optionsleiste kannst du ein Seitenverhältnis wählen, beispielsweise 1:1, 4:5 oder 16:9. Mit Enter bestätigst du den Zuschnitt, mit Esc brichst du ihn ab.

Achte in der Optionsleiste auf die Einstellung zum Löschen beschnittener Pixel. Wenn diese Option nicht aktiviert ist, bleibt der abgeschnittene Bereich erhalten. Du kannst den Ausschnitt später wieder erweitern. Das ist im Arbeitsalltag meist die bessere Wahl.

Eine Motivfreistellung ist etwas anderes: Dabei trennst du ein Objekt vom Hintergrund. Der saubere Weg führt über Auswahl und Ebenenmaske:

  1. Wähle das Motiv mit Motiv auswählen, dem Objektauswahl Werkzeug oder dem Schnellauswahlwerkzeug aus.
  2. Prüfe die Auswahl in Auswahl und Maske.
  3. Klicke im Bedienfeld Ebenen auf das Symbol für eine Ebenenmaske.
  4. Korrigiere die Maske mit dem Pinsel Werkzeug.

Schwarz auf der Ebenenmaske blendet Bildbereiche aus, Weiß macht sie wieder sichtbar. Grautöne erzeugen Transparenz. So bleibt das Originalbild erhalten und du kannst jederzeit nachbessern.

Pinsel und Ebenenmaske: Dein wichtigstes Werkzeug für Kontrolle

Das Pinsel Werkzeug mit B ist nicht nur zum Malen da. In der professionellen Bildbearbeitung nutzt du es besonders häufig auf Ebenenmasken, Korrekturebenen und leeren Retuscheebenen.

Die drei wichtigsten Einstellungen findest du in der Optionsleiste:

  • Größe: Mit Ö vergrößerst oder verkleinerst du die Pinselspitze schnell.
  • Härte: Ein weicher Pinsel eignet sich für Übergänge, etwa beim Abdunkeln eines Himmels. Ein harter Pinsel passt zu klaren Objektkanten.
  • Deckkraft: Reduziere die Deckkraft, wenn du Korrekturen schrittweise aufbauen willst.

Drücke D, um Vordergrund und Hintergrundfarbe auf Schwarz und Weiß zurückzusetzen. Mit X tauschst du beide Farben. Auf einer Ebenenmaske ist das besonders praktisch: Du wechselst damit schnell zwischen Ausblenden und Wiedereinblenden.

Vermeide es, direkt auf der Hintergrundebene zu malen oder zu retuschieren. Lege lieber eine neue leere Ebene an oder arbeite mit einer Ebenenmaske. Diese Arbeitsweise ist zerstörungsfrei und schützt dich vor Fehlern, die du später nicht mehr rückgängig machen kannst.

Retusche: Reparaturpinsel statt Kopieren und Übermalen

Für Hautunreinheiten, Staub, kleine Kratzer oder störende Details ist das Reparaturpinsel Werkzeug mit J oft die erste Wahl. Photoshop übernimmt dabei Struktur aus der Umgebung und passt sie an Farbe und Helligkeit der Zielstelle an.

Bei kleinen Fehlern klickst du einfach über die Stelle. Für längere Kratzer oder Linien ziehst du mit dem Werkzeug darüber. Vergrößere die Ansicht vorher mit Strg + Plus oder Cmd + Plus. Je genauer du arbeitest, desto glaubwürdiger wirkt das Ergebnis.

Für kontrolliertere Retusche nutzt du den Bereichsreparaturpinsel oder das Reparaturpinsel Werkzeug. Beim Reparaturpinsel legst du mit Alt oder Wahltaste eine saubere Quelle fest und malst dann über den störenden Bereich. Das eignet sich gut, wenn die automatische Reparatur falsche Strukturen auswählt.

Lege für Retuschen eine leere Ebene über dem Bild an. Aktiviere in der Optionsleiste die Option, dass aktuelle und darunterliegende Ebenen berücksichtigt werden. So bleibt das Original unverändert, während du die Retusche separat ein und ausblenden kannst.

Der Kopierstempel ist ebenfalls nützlich, aber am Anfang kein Pflichtwerkzeug. Er kopiert Pixel sehr direkt und verlangt mehr Kontrolle. Nutze ihn erst, wenn Reparaturpinsel und Bereichsreparaturpinsel keine saubere Lösung liefern.

Verläufe: Farbe, Licht und Transparenz gezielt steuern

Mit dem Verlaufswerkzeug G erzeugst du weiche Übergänge zwischen Farben oder Transparenzstufen. Das ist nützlich für Hintergrundflächen, dezente Abdunklungen oder Lichtverläufe in Composings.

Ein besonders praxistauglicher Einsatz ist eine Korrekturebene mit Ebenenmaske: Lege etwa eine Gradationskurven Korrekturebene an, um den Himmel dunkler zu machen. Wähle anschließend die Ebenenmaske aus und ziehe mit dem Verlaufswerkzeug einen Schwarz Weiß Verlauf. Die Korrektur wird dadurch weich in das Bild eingeblendet.

Achte auf den Verlaufstyp. Für die meisten Fälle brauchst du den linearen Verlauf. Der radiale Verlauf ist sinnvoll, wenn du einen Bereich in der Bildmitte aufhellen oder abdunkeln möchtest.

Der Verlauf ersetzt keine sorgfältige Farbkorrektur. Nutze für Helligkeit und Kontrast bevorzugt Korrekturebenen wie Gradationskurven, Tonwertkorrektur oder Farbton/Sättigung. Der Verlauf steuert dann, wo diese Korrektur sichtbar wird.

Text: Schnell gesetzt, aber sauber organisiert

Mit dem Textwerkzeug T erstellst du Überschriften, Bildunterschriften oder einfache Gestaltungselemente. Jeder Textbereich entsteht auf einer eigenen Textebene. Das ist wichtig, weil du den Inhalt später weiterhin ändern kannst.

Klicke einmal ins Bild, um Punkttext für kurze Zeilen anzulegen. Ziehe dagegen einen Rahmen auf, wenn du mehrzeiligen Fließtext setzen willst. Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Ausrichtung steuerst du über die Optionsleiste sowie die Bedienfelder Zeichen und Absatz.

Für saubere Layouts helfen diese Grundregeln:

  • Verwende wenige Schriftarten, meist reichen ein oder zwei.
  • Setze ausreichend Kontrast zwischen Text und Hintergrund.
  • Arbeite mit klaren Rändern und genügend Abstand zum Bildrand.
  • Prüfe die Schreibweise bei kleinen Textgrößen in der tatsächlichen Ausgabegröße.

Textebenen solltest du nicht vorschnell rastern. Solange sie editierbar bleiben, kannst du Korrekturen schnell umsetzen. Erst wenn ein bestimmter Filter oder eine pixelbasierte Bearbeitung erforderlich ist, kann das Rastern sinnvoll sein.

Welche Werkzeuge du zunächst ignorieren kannst

Photoshop enthält viele Spezialwerkzeuge für einzelne Aufgaben. Sie sind nicht unnötig, aber für den Einstieg selten entscheidend. Dazu gehören etwa das Zeichenstift Werkzeug für komplexe Pfade, Abwedler und Nachbelichter, Schwamm Werkzeug, Wischfinger Werkzeug, Formwerkzeuge oder der Kopierstempel.

Konzentriere dich zunächst auf sichere Grundlagen: Auswahl erstellen, Ebenenmaske verwenden, mit dem Pinsel korrigieren, störende Elemente retuschieren, Bildausschnitt festlegen und Text editierbar halten. Sobald diese Abläufe sitzen, erkennst du bei Spezialaufgaben viel leichter, welches zusätzliche Werkzeug dir wirklich hilft.

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